C. Naturschutz Maßnahmen

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C.1 Herdenschutz

Mit dieser Maßnahme wird das in A.6 entwickelte Herdenschutztraining für Anfänger und erfahrene Nutztierbesitzer, sowie Fortgeschrittenenkurse für den Einsatz von Herdenschutzhunden, durchgeführt. Ziel ist es, die Nutztierbesitzer darin zu schulen, wie sie erfolgreichen Herdenschutz betreiben können, und sie so davon zu überzeugen, ihn weiterhin umzusetzen.

Zusätzlich werden auch Herdenschutzberater geschult. Zusammen mit der Errichtung von Herdenschutz Kompetenzzentren wird dies den Wissenstransfer zu Nutztierbesitzern vor Ort unterstützen. Um die Nutztierbesitzer bei der Reaktion auf Notsituationen zu unterstützen, werden in Kompetenzzentren und an verschiedenen anderen relevanten Standorten auch Herdenschutz Notfallkits bereitgestellt.

C.2 Herdenschutz mit Hunden

Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Akzeptanz und den aktiven Einsatz von Hunden zur Unterstützung von Herdenschutzmaßnahmen zu erreichen. Die in A.5 entwickelten Richtlinien für die Zucht und Zertifizierung von Herdenschutzhunden werden hier von bestehenden Züchtern und Prüfern getestet und schließlich in allen Projektregionen in bestehende Protokolle und Gesetze integriert.

Spürhunde können vielerorts eingesetzt werden: sie unterstützen die Überwachung von Wolfspräsenz in der Region; können, wenn nötig, zusätzliche DNA-Beweise finden; und können auch in Fällen eingesetzt werden, in denen Unruhen in der Öffentlichkeit durch Gerüchte über die Anwesenheit von Wölfen verursacht werden. Um Spürhunde in den Projektgebieten optimal einzusetzen, werden wir interessierte Stakeholder, einschließlich Nutztierbesitzer und Jäger, darin schulen.


C.3 Multi-perspektivische Auswirkung

Die Akzeptanz des Herdenschutzes als Lösung für den Mensch-Wolf-Konflikt in der Projektregion hängt stark von der Meinung der wichtigsten Interessengruppen ab (d. H. Nutztierbesitzer, Jäger, Tourismussektor, Lobbyisten). Konkrete Stakeholder-Engagement-Aktivitäten zielen darauf ab, die Akzeptanz des Herdenschutzes zu erhöhen. Diese beinhalten:

  • Multi-Stakeholder Meetings
  • Thematische Arbeitsgruppen mit Schwerpunkt auf finanzieller Unterstützung, Entschädigungssystemen, Wilderei auf Wölfen und Tourismus
  • Exkursionen und Workshops für Tourismusmanager und andere interessierte Personen in hochtouristischen Gebieten, in denen Touristen und Herdenschutz koexistieren
  • Gezielte Lobbyaktivitäten


C.4 Herdenschutz Analyse

LIFEstockProtect

Durch die Durchführung von verschiedenen Analysen wollen wir faktenbasiertes Wissen über Minderung von Konflikten zwischen Mensch und Tier, Management großer Beutegreifer und landwirtschaftliche Entwicklung generieren. Die Ergebnisse werden dazu beitragen, das Lobbying für die Umsetzung des Herdenschutz im Alpenraum zu unterstützen. Die Analysen befassen sich unter anderem mit:

  • Die Auswirkungen von Nutztieren auf die lokale Umwelt
  • Die Durchführbarkeit von Herdenschutz
    Implementierung in verschiedenen Gebieten, Höhen und Herdenzusammensetzungen
  • Die Qualität des verfügbaren Herdenschutzmaterials für den Langzeitgebrauch, getestet durch Zauntest Zentren


C.5 Öffentliches Bewusstsein und Bildung

Diese Maßnahme wird die Zielgruppen, insbesondere die Jugend und die Landwirtschaft, durch einladende, innovative und nicht formale Lernerfahrungen informieren und einbeziehen. Hierfür werden wir einige der neuesten pädagogischen Technologien und Methoden verwenden. Wir werden mobile Ausstellungsmodule einsetzen, die an verschiedenen Orten wie öffentlichen Ausstellungen und Landwirtschaftsmessen aufgestellt werden können. Auf diese Weise werden die Besucher über verschiedene Themen im Zusammenhang mit Herdenschutz informiert, wie z. B. Umweltauswirkungen, wirksame Schutzmaßnahmen, Herdenschutzhunde, Hirten und Tierschutz.

Außerdem wird das Naturmuseum in Südtirol eine innovative und interaktive didaktische Ausstellung „Weidewelt – Weidewelt – Il mondo dei pascoli“ entwickeln.


C.6 Livestock Support Programme

LIFEstockProtect

Die wirksame Umsetzung des Herdenschutzes soll durch mehrerer Informations- und Supportnetzwerke unterstützt werden:

  • Eine in die Projektwebseite integrierte Online-Informationsplattform
  • Schaffung eines Freiwilligen Netzwerks zur Ausbildung von Freiwilligen Helfern zur Unterstützung der Nutztierbesitzer vor Ort
  • Schaffung eines Netzwerks von Herdenschutz Multiplikatoren zur Förderung des Herdenschutzes
  • Erstellung eines Vorschlags zur Harmonisierung der Gesetztgebung in den Projektregionen
  • Lobby für die Integration von Herdenschutzmaßnahmen in EPLRs in allen Projektregionen mit Schwerpunkt auf die Überarbeitung der GAP Ende 2022

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