Herdenschutzkonferenz: 500+ Teilnehmer

Die erste mehrsprachige alpine Herdenschutzkonferenz fand am 26. Januar online statt. Diese Konferenz war der offizielle öffentliche Auftakt des LIFEstockProtect-Projekts. Insgesamt nahmen fast 500 Teilnehmer an der Veranstaltung teil und viele weitere folgten den Livestream auf unserer Facebook-Seite. Ein großer Erfolg! Durch simultane Übersetzung der deutschen Konferenz ins Italienische und Englische konnten europaweit Menschen teilnehmen. Vier Herdenschutz Erfahrene – Landwirte aus Italien, Österreich und Deutschland – teilten ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen im Bereich Herdenschutz. Das Publikum war sehr interessiert an dem Inhalt der Konferenz und stellte viele Fragen. Zum Abschluss eines großartigen Tages begrüßte das LIFEstockProtect-Team außerdem 55 Journalisten in einer Online-Pressekonferenz.

Die Sprecher: erfahrene Landwirte

Das LIFEstockProtect-Projekt ist einzigartig, da es ein Projekt von, für und mit landwirtschaftlichen Organisationen ist. Die beteiligten Landwirtschaftsorganisationen, an erster Stelle BIOAUSTRIA Niederösterreich und Wien als koordinierender Begünstigter, ergreifen die Initiative des Herdenschutzes im deutschsprachigen Alpenraum. So hatte auch die erste von vier Herdenschutzkonferenzen einen sehr praktischen Schwerpunkt. Die Referenten uns teilten ihre Erfahrungen mit dem Herdenschutz mit und gaben wertvolle Einblicke, warum und wie der Herdenschutz dazu beiträgt die Koexistenz zwischen Menschen und großen Beutegreifern zu fördern.

René Gomringer aus Bayern, ehemaliger Direktor des Schafzhalterverbandes, berichtete dem Publikum über die Herausforderungen bei der Einführung von Herdenschutzmaßnahmen und wie dies zu seiner Entscheidung führte, das Schafbüro zu gründen. Derzeit berät er Nutztierbesitzer unter anderem zum Herdenschutz. Seine Erfahrung ist eine wertvolle Beitrga zum Projekt. Anschließend teilte Fabio Boni seine Erfahrungen mit der Zusammenarbeit mit Freiwilligenum Tiere zu schütze, im Rahmen des Pasturs-Projekts. Es war interessant, Einblicke in die Arbeit eines Hirten in Italien, die damit verbundenen Herausforderungen und die Vorteile von Freiwilligen zu bekommen.

Schließlich teilten der Schafbauer Walter Schmiedhofer aus der Steiermark in Österreich und der Hirte Thomas Schranz aus Tirol ihre Sichtweisen bezogen auf den Herdenschutz. Walter hat gerade mit der Umsetzung von Schutzmaßnahmen begonnen, während Thomas hingegen Erfahrung in verschiedenen Gebieten, verschiedenen Maßnahmen und sogar mit Freiwilligen gesammelt hat. Ihre unterschiedlichen Einblicke abe kohärente Meinung über die Wirksamkeit von Herdenschutzmaßnahmen rundeten eine erfolgreiche Konferenz ab.


Beeindruckende Zahlen und positives Feedback


Insgesamt nahmen mehr als 500 Personen aus ganz Europa an der Konferenz teil. Durch das Live-Streaming der Konferenz auf Facebook konnten 5200 zusätzliche Zuschauer erreicht werden. Natürlich kam die Mehrheit der Teilnehmer aus Österreich, Italien und Deutschland. Mehr als ein Drittel kam jedoch aus 26 anderen Ländern, darunter die Niederlande, Portugal, Spanien, Griechenland, die USA und sogar Island!

Im Hintergrund beantowrtete das LIFEstockProtect-Team über 200 Fragen schriftlich in Deutsch, Italienisch und Englisch. Die Fragen konzentrierten sich hauptsächlich auf den praktischen Aspekt des Herdenschutzes. Das Publikum bat um Rat, zusätzliche Informationen zu Herdenschutzschulungen und fragte sogar an, mit dem Projekt zusammenzuarbeiten. Dies versicherte uns, dass das Thema Herdenschutz wichtiger denn je ist und dass die Projekt-Stakeholder und sogar die breite Öffentlichkeit solche Veranstaltungen sehr schätzen.

Nach der Mittagspause beantwortete das gesamte LIFEstockProtect-Team alle ausbleibenden Fragen in der Pressekonferenz. 55 Journalisten und Interessierte Personen konnten Projekt- und regionenspezifische Fragen stellen. Dies führte natürlich zu viel Berichterstattung in der Presse. Die besten Artikel finden Sie in unserem News-Bereich hier.

Haben Sie die Konferenz verpasst? Sie können die Aufzeichnung auf unserem Youtube-Kanal ansehen und die Präsentationen der Redner und die Fragen und Antworten hier herunterladen:

LIFEstockProtect overview
Thomas Schranz
Walter Schmiedhofer
René Gomringer
Q&A Livestock Protection Conference

Schließlich äußerten die Teilnehmer auch ihr positives Feedback zu der Veranstaltung und wie sie strukturiert war. Es wurde bestätigt, dass sich die Bemühungen, Simultanübersetzungen anzubieten, gelohnt haben und dass dies nicht die letzte Online-Konferenz sein wird, die LIFEstockProtect organisieren wird. Im Folgenden teilen wir mit Ihnen das Feedback, das wir erhalten haben:

Congratulations on the webinar and the translation. I hope to be able to watch the next one.” Gloca C. (Portugal)

„Vielen Dank für die Konferenz, war sehr informativ und sehr gut geführt.“ Marco S.

„Meinen Glückwunsch zur gelungenen Konferenz. Es war gut zu sehen, dass es technisch möglich ist, eine Präsenzveranstaltung in gleichwertiger Umsetzung als Videokonferenz durchführen zu können.“ Michael G.

„Danke für die spannende Konferenz! Weiter so! Viel Erfolg!“ Mirjam S.

„Ich bedanke mich für die Konferenz und die möglichkeit das alle Interessierten daran öffentlich teilnehmen durften. Auch wenn natürlich aufgrund der Komplexität des Herdenschutzes nicht alle Fragen beantwortet werden konnten war der Einblick sehr informativ. Auch die Moderation sowie die Dolmetscherfunktion war sehr gut. Würde mich auf weitere Aktivitäten dieser Art u.a. sehr freuen. Liebe Grüße aus Norddeutschland und einem Wolfsgebiet.” Anja F.

“Danke für die interessante Konferenz! Freue mich auf mehr Infos aus dem Projekt und bin gespannt auf eure Erfahrungen.” Marion E.

“Vielen Dank für den interesannten Vormittag! Kompliment an die Organisation! Ich freue mich auf die nächsten 5 Jahre. Grüße aus den Niederlanden.” Andrea E.

“Good luck with your work – we hope to include some good results in Carnivore Damage Prevention News.” Robin R.

“Vielen Dank an alle Organisatoren und Beitragendenden!” Carol G.

“Als heutiger Teilnehmer möchte ich an alle Vortragenden und an die Ausrichter ein großes Lob aussprechen! Danke!” Harald R.

“Das war sehr spannend und interessant, vielen Dank fürs Teilen.“ Jolanda T.

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Dreharbeiten zum Herdenschutz in Österreich und Italien

Anfang September war das Team der European Wilderness Society mit einer deutschen Filmcrew in Tirol und Mittelitalien, um einen neuen Dokumentarfilm von Hannes Jaenicke zu drehen. Das Fernsehteam, begleitet von zwei renommierten Schauspielern, wird einen Dokumentarfilm über die Herausforderungen drehen, die durch die Rückkehr von Wölfen und beim Schutz der Weidetiere entstehen. Der Dokumentarfilm wird im Frühling 2021 auf ZDF erscheinen.

Herdenschutz in den Alpen

Der erste Stopp des Teams war in Tösens in Tirol. Hier wurde vor kurzen die Präsenz von acht Wölfen bestätigt. Charakteristisch für die Landschaft in Tirol sind steile Berghänge, auf welchen noch immer intensive Viehzucht betrieben wird. Viele Landwirte haben eine oder mehrere Tierherden bestehend aus Schafen, Ziegen und Kühen. Diese verbringen während der Sommersaison die meiste Zeit auf den Bergwiesen. Aufgrund der Anwesenheit von Wölfen ist es wichtig, dass die Landwirte über wirksame Maßnahmen verfügen, um ihre Tiere zu schützen. Gemeinsam mit dem Fernsehteam haben wir gefilmt, wie Bauern aus der Umgebung unterschiedliche Methoden anwenden um dies zu erzielen.

Forschung in Italien

Der Majella Nationalpark in Mittelitalien ist eine der dichtesten besiedelten Regionen des Wolfs. Der Park mit einer Fläche von 750 Quadratkilometern beherbergt ungefähr 100 Wölfe in 10 verschiedenen Rudeln. Die Wölfe lebten schon immer in dieser Gegend, daher sind die EInheimischen es auch gewöhnt ihr Land mit ihnen zu teilen. Zusammen mit dem Fernsehteam untersuchte das EWS Team, wie Majella Nationalpark, welcher auch eines der ältesten Mitglieder des European Wilderness Network ist, Forschungen über den Wolf durchführt.

Die Wölfe im Nationalpark sind hervorragende Jäger, spezialisiert auf Wildschweine und Hirsche. Nur in seltenen Fällen jagen Wölfe Schafe oder Ziegen, normalerweise wegen unzureichenden Schutzes. Die Forscher, die im Nationalpark arbeiten, erklärten uns wie sie Forschungen durchführen, um die Interaktion der Wildtiere mit Wölfen besser zu verstehen. Und natürlich noch viele weitere interessante Themen!

LIFEstockProtect bei Herdenschutzkonferenz in Salzburg

Vom 21. bis zum 23. Januar wird das LIFEstockProtect-Team auf der Herdenschutzkonferenz des LIFE Projekts Eurolargecarnivores ausstellen und für Fragen und Antworten zur Verfügung stehen.

Die Herdenschutzkonferenz findet vom 21.1. – 23.1.2020 im Heffterhof in Salzburg statt. Während den drei Veranstaltungstagen wird eine Reihe von Referenten alles rund ums Thema Herdenschutz abdecken.

Teilnehmer können dabei mehr über die folgenden Themen lernen:

  • Praktische Beispiele von Herdenschutz
  • Einfluss von Zäunen auf Wölfe, Weidetiere und Wildtiere
  • Finanzierung durch EU und Mitgliedsstaaten
  • Alternative Herdenschutzmaßnahmen
  • Herdenschutzhunde
  • Berufsalltag und Ausbildung von Schäfern
  • Weidemanagement

Das vollständige Programm der Konferenz:

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Wenn Sie Interesse an Herdenschutz haben und das Projekt unterstützen möchten, laden Sie bitte eine Unterstützungserklärung (vorzugsweise auf Englisch) herunter und schicken Sie diese ausgefällt an info(at)lifestockprotect.info.

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