Ärmel hoch und bauen, bauen, bauen – Zaunbaukurs in Südtirol hat gezeigt wie

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Beim Thema Herdenschutz treten oft viele Fragen zum richtigen Einsatz auf. Was ist ein Plus-Minus-Zaun? Netzzaun oder doch lieber Litzenzaun? Wie groß muss ein Nachtpferch sein? Wie schütze ich meine Tiere bei einem Wasserlauf?

Diese und noch viele weiteren Fragen wurden beim 3-tägigen Zaunbaukurs am Kompetenzzentrum Salern, Südtirol, beantwortet. Sowohl Schülerinnen und Schüler der landwirtschaftlichen Fachschule als auch angehende Hirtinnen und Hirten wurden von unseren Fachleuten unterrichtet und durch den Tag begleitet.

Wie der Tag verlief

Der Kurs begann mit einer kurzen Einführung in das Thema Herdenschutz, dessen Hintergrund sowie Wichtigkeit des Einsatzes. Die Grundlagen eines Stromkreises wurden zusätzlich erklärt und danach ging es sofort in die Praxis. Vieles wurde den Teilnehmenden innerhalb kurzer Zeit beigebracht. Sie lernten, was eine gute Erdung ausmacht, was den Stromkreislauf stören kann und wie sie Spannungsverlust vermeiden können. Durch die jahrelange Erfahrung der drei Referenten wurden Tipps und Tricks ausgetauscht, die wohl in keinem Lehrbuch stehen. Der Tag war also eine tolle Gelegenheit, ein tiefgreifendes Verständnis von der korrekten Umsetzung des Herdenschutzes zu bekommen.

Wenn ich hoch oben auf der Alm bin, muss ich mit den Mitteln arbeiten, die ich gerade bei der Hand habe. Da muss man schon mal improvisieren.

So lautet die Devise eines Referenten, der die Teilnehmende in einem Steilhang nur wenige Pfosten überließ, den Zaun herdenschutzsicher aufzurüsten. Aber mit der richtigen Beratung geht alles. Die Referenten sind selbst jahrelange Hirten und Viehhalter und konnten den Teilnehmenden durch der Aufrüstung gut begleiten.

Gleichzeitig zeigten die Referenten die Vor- und Nachteile verschiedener Zäune und Materialien. Ein 4-Litzenzaun mit einer fehlenden untersten Litze kann zum Beispiel vorteilhaft bei Lämmern sein, damit sie nicht im Zaun hängen bleiben. T-Pfosten Fixzäune können auch als Alternative im Gebirge angedacht werden-die Pfosten bleiben stehen, die Drähte werden im Herbst abgebaut.

Wasserläufe stellen eine Herausforderung für die Errichtung eines herdenschutzsichers Zaunes da. Aber die Referenten hatten eine Lösung. An Wasserläufen kann man nämlich mit Ketten arbeiten und bestehende Zäune können mit Litzen aufgerüstet werden. Dies und noch vieles mehr wurde gezeigt und die Teilnehmende haben alles sofort praktisch umgesetzt. Hier war “learning by doing” die Devise; nur so kann man einen tiefen Einblick in die praktische Herdenschutzmaßnahmen bekommen.

Weitere Kurse in Südtirol werden folgen und bald gibt es dazu neue Informationen auf unserer Homepage!

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