Studie zum geführten Weidegang in den Startlöchern

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Im Rahmen von LIFEstockProtect werden mehrere Flächen in Österreich, Bayern und Südtirol über vier Jahre fachlich begleitet, um den Einfluss der Beweidung auf die Vegetation und Biodiversität zu erheben.

Anfang Juli fand eine erste Begehung auf den Weideflächen der Schlandrauner Alminteressentschaft in Südtirol statt, die Interesse an einer Zusammenarbeit gezeigt hatte. Neben Mitarbeitern von LIFEstockProtect waren auch Vertreter der lokalen Forststation, der Vegetationsökologe und Beauftragte für die Auswahl der Studienflächen und der Vize-Obmann der Interessentschaft mit dabei.

Was ist der geführte Weidegang?

Beim geführten Weidegang grast das Weidevieh unter Führung eines Hirten gezielt die Vegetation der Flächen je nach Weideeignung ab. So ist es möglich, die Vegetation optimal zu nutzen und diese für die Zukunft als Weide langfristig zu pflegen. Das Potential dieser Methode ist groß, übermäßige Futterverluste und das Aufkommen von Weideunkräutern zu verhindern. Auf Almflächen verhindert die Kopplung der Tiere beispielsweise, dass diese gleich auf die höchstgelegenen Weiden bis unter den Bergkamm ziehen, wo sie die jungen Gräser und Kräuter abweiden würden. Dadurch kann dort kaum frisches Futter nachwachsen, während die tiefergelegenen und ertragreicheren Weiden ungenutzt altern.

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Was passiert in Schlandraun?

Der Hirte Hubert Stieger ist für circa 500 Schafe von mehreren Haltern verantwortlich. Seine Hirtenunterkunft befindet sich auf ca. 2300 Metern, er verbringt den gesamten Sommer dort. Seit Saisonsbeginn versucht er die Schafgruppen aneinander zu gewöhnen und eine geschlossene Herde aufzubauen, indem er die Tiere mit Weidenetzen pfercht.

Der Alminteressentschaft ist es wichtig, die anvertrauten Weiden möglichst gut zu nutzen bzw. zu bewahren, um sie an die künftige Generation weitergeben zu können. Da es sich um eine alpine Kulturlandschaft handelt, ist dies nur über eine gezielte Weidepraxis möglich. Erste Voraussetzung dafür ist die Verfügbarkeit von ausreichend gealpten Tieren und zweitens gute Kenntnis und Sorgfalt in der Beweidung selbst. Mit einem Weideplan von LIFEstockProtect und der ständigen Anwesenheit des Hirten wäre dies möglich!

Was halten Hirte und Alminteressentschaft vom Herdenschutz?

Im Ernstfall sind sie durch den bereits umgesetzten geführten Weidegang darauf vorbereitet. Durch die Kopplung der Tiere und die Anwesenheit eines Hirten sind grundlegende Maßnahmen für einen Schutz gegeben. Geführter Weidegang kann daher nicht nur Verbesserung in der Weidepflege und Futterqualität bringen, sondern gleichzeitig auch die Tiere besser vor Angriffen schützen.

LIFEstockProtect wird eng mit Schlandraun in den kommenden vier Jahren zusammenarbeiten und während der Almsaison begleiten.

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