Präsentation von LIFEstockProtect im zweiten Teil des LIFE19 Willkomens-Meetings

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Die zweite Sitzung des LIFE19 Willkommens-Meetings fand diese Woche mit mehr als 200 Teilnehmern statt. An diesem von EASME und NEEMO organisierten Meeting nahmen sowohl der koordinierende Begünstigte BIO AUSTRIA Niederösterreich & Wien, als auch die European Wilderness Society teil. Bei diesem Treffen werden die koordinierenden Begünstigten neu genehmigter LIFE-Projekte gebeten, sich gegenseitig ihr Projekt vorzustellen und sich mit der Agentur EASME vertraut zu machen, die das LIFE-Programm im Auftrag der Europäischen Kommission koordiniert.

Ausblick auf die nächste Periode des LIFE-Programms

Das Jahr 2020 markiert das letzte Jahr des laufenden Finanzierungszeitraums für LIFE-Projekte. Das Programm wird derzeit von Experten überarbeitet und in naher Zukunft veröffentlicht. In den Eröffnungsreden teilte der Referatsleiter Angelo Salsi (EASME) uns einige interessante Details und Erfolge der LIFE-Projekte mit, die vom LIFE-Programm finanziert werden. Danach folgte eine Präsentation von Frank Vassen von der Abteilung Generaldirektion Umwelt – Natur. Herr Vassen gab einen Einblick in die Pläne der Europäischen Kommission bezüglich der neuen EU-Biodiversitätsstrategie 2030 und welche neuen Schwerpunktthemen in den kommenden Jahren wichtig sein werden.

Präsentation von LIFEstockProtect

Nach diesen ersten Präsentationen wurden die Teilnehmer in verschiedene Breakout-Räumen verteilt, um ihre eigenen Projekte anderen vorzustellen. Das LIFEstockProtect-Projekt teilte seinen Breakout-Raum mit folgenden inspirierenden LIFE-Projekten, die sich auf verschiedene Säugetierarten konzentrieren:

LIFE BEAVER, koordiniert vom Institute for Conservation of Natural Heritage (LUTRA), konzentriert sich auf den europäischen Biber. Der Biber war in Slowenien und Kroatien seit zwei Jahrhunderten lokal ausgestorben und kolonisiert nun seine ursprünglichen Lebensräume neu. In diesen beiden Ländern hat er einen günstigen Erhaltungszustand. Aber aufgrund seiner langen Abwesenheit wird der Biber dort heute als „neue“ Art und sogar als Schädling betrachtet, wobei Konflikte auftreten als die Populationsgröße zunimmt. Die Projektpartner werden das Bewusstsein in der Bevölkerung für die Rückkehr des Tieres stärken und seine positiven Auswirkungen auf die Umwelt hervorheben. Dies wird die öffentliche Akzeptanz des Bibers sicherstellen und eine positive Einstellung gegenüber der Art schaffen. Das Projekt wird auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Slowenien und Kroatien stärken, um Best-Practices auszutauschen und das Management der Population zu synchronisieren.

LIFE BEARS WITH FUTURE, koordiniert von der Fundación Oso Pardo, beschäftig sich mit der stetig wachsende Braunbärenpopulation in den Kantabrischen Bergen, wobei der Klimawandel eine ernsthafte Herausforderung für dessen Erhaltung darstellt da er den Winterschlaf der Bären erschwert. Das LIFE-Projekt wird daher sicherstellen, dass Bären über ausreichende Ressourcen verfügen, indem Kastanien- und Obstbäume und Sträucher gepflanzt, sowie Land gekauft und Vereinbarungen mit Landbesitzern für deren Anbau getroffen werden. Das Projekt wird sich auch mit Konflikten befassen, die durch die kürzere Überwinterungsperioden entstehen, und eine umfangreiche Informationskampagne durchführen.

LIFE LYNXCONNECT, koordiniert von der andalusischen Consultancy für Landwirtschaft, Fischerei und nachhaltige Entwicklung. Dieses Projekt befasst sich mit dem Iberischen Luchs (Lynx pardinus), der in der Roten Liste der IUCN als „stark gefährdet“ aufgeführt ist. Seine genetische Vielfalt gehört zu den niedrigsten, die je für eine Art gezeigt wurde, wobei die derzeitigen Migrationsraten nicht ausreichen, um den Fortbestand der Art zu gewährleisten. Das Projekt zielt darauf ab, sowohl die Gesamtpopulationsgröße als auch die Konnektivität zwischen den einzelnen iberischen Luchspopulation zu erhöhen, um eine lebensfähige Gesamtpopulation sicherzustellen und die Art auf IUCN „gefährdet“ herunterzustufen. Das Projektteam wird vier bestehende Populationen verbinden und zwei neue schaffen, indem es in Gefangenschaft gezüchtete Individuen ansiedelt und Lebensraum ‘stepping stones’ schafft, um den Genfluss zwischen ihnen zu fördern. Die Maßnahmen werden auch die nicht natürliche Sterblichkeit verringern, indem Straßenkreuzungen sicherer gemacht, landwirtschaftliche Strukturen wie Hühnerställe repariert und Vereinbarungen zwischen Landbesitzern, Jägern und Landwirten getroffen werden, um Konflikte zu verringern.

LIFE SYSEL, koordiniert von der Regional Association for Nature Conservation and Sustainable Development, dreht sich um die europäische Ziesel. Einst war es in Mittel- und Osteuropa weit verbreitet, aber die Population und der Lebensraum der europäischen Ziesel nimmt stetig ab. Das LIFE-Projekt wird diesen Rückgang mit Grünlandbewirtschaftung entgegenwirken, um der Art einen geeigneten Lebensraum zu bieten und ihre fragmentierten Standorte wieder miteinander zu verbinden, um so ihre genetische Vielfalt zu verbessern. Es wird auch die Gefahr von Raub und mangelnder Nahrungsmittelversorgung bekämpfen, indem Kisten sowie Stein- und Holzpfähle installiert und gleichzeitig bevorzugte Pflanzen anbaut werden. Es wird auch Replikationen des Projekts über das ursprüngliche Zielgebiet im Nordwesten seines Verbreitungsgebiets hinaus fördern.

Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung des LIFE-Programms, um das LIFEstockProtect-Projekt in die Praxis umzusetzen. Wir freuen uns darauf, unsere Erfahrungen mit anderen relevanten LIFE-Projekten zu teilen und umgekehrt daraus zu lernen.

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